Skandal! Ein vielleicht offensichtlich nicht ganz dichter Mann hat Madame Tussauds in Berlin gestürmt und dem Führer das edle Haupt vom Körper gerissen. Das ist nun also der Gipfel einer schwachsinnigen und scheinheilig geführten Diskussion um die Ausstellung von Adolf Hitler als Wachsfigur in der deutschen Niederlassung des wächsernen Kuriositätenkabinetts Madame Tussauds.
Niemand reißt Seiten aus Geschichtsbüchern, weil ein Foto mit Hitler darauf abgedruckt ist. Dass eine Wachsfigur stärker glorifizierend wirkt, ist nicht unbedingt einleuchtend, zumal von Seiten der Museumsleitung Maßnahmen (keine Fotos mit Hitler!) ergriffen wurden, um dies zu unterbinden.
Insofern also wieder “nur ein Irrer”? Prinzipiell (und vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Mann wohl schon mehrmals aufgefallen ist, ganz besonders) schon, auch wenn die Tat darauf hindeutet, dass man hier in Deutschland immer noch keine Möglichkeit gefunden hat, mit der Vergangenheit in angemessener Form umzugehen.
Viel wichtiger als Hitler-Figuren leben oder sterben zu lassen ist es, die demokratische Kultur dieses Landes zu fördern und der multikulturellen Realität des Einwanderungslandes Deutschland gerecht zu werden. Gerade dieses unglaublich wichtige Bewusstsein und Verhalten wird aber leider auch von Politikern konsequent konterkariert. Insofern sollten wir uns weniger über ausgestellte Hitlers aufregen und viel eher mit mehr Engagement alltägliche Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland abzubauen und zu bekämpfen helfen. Nicht mit Gewalt, sondern mit Verständnis und Interesse.
Man findet es rechts in der Blogroll und seit der Nacht von Donnerstag auf Freitag auch als Feed-Widget rechts in der Leiste: Das NPD-Blog von Patrick Gensing, der die Entwicklungen der Partei beinahe minutiös mitverfolgt und jedem die Möglichkeit gibt, sich ein neutrales Bild der NPD jenseits von Eigenveröffentlichungen der Partei einerseits und den Kommentarspalten der großen Zeitungen andererseits zu bilden.
Gerade die Lektüre des Blogs, das im wesentlichen nur Informationen bündelt, führt beim Leser zu einer fundierten Kenntnis des Konstrukts NPD mitsamt der ihm innewohnenden Widersprüchlichkeiten. Ein Blog, das in keinem Feedreader fehlen darf.
Gerade aktuell: NPD-Blog über die Trägheit der Justizbehörden im Zusammenhang mit einem mehr als ein Jahr zurückliegenden Gewaltausbruch in einer S-Bahn in Pölchow.
Inspiriert vom Trend zur Selbstanalyse (vgl. dazu Buchtitel wie z.B. “Wer bin ich - und wenn ja wie viele?”) und Philisophie habe ich mich mal einer gründlichen Inspektion unterzogen. Natürlich bin ich dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass fast alles in bester Ordnung ist, wie sollte es auch anders sein.
Es ist mir jedoch ein Punkt aufgefallen, in dem ich durchaus Korrekturbedarf sehe. Meine gespaltene Identiät. Keine klassische Persönlichkeitsstörung freilich, sondern nur eine Identitätsstörung im Bezug auf die “Außenwirkung”.
Aber man ist ja an und für sich nicht blöd und deswegen kann man ja was dagegen tun. Einerseits trete ich als Jan auf, andererseits als Herr K. Um diesem verwirrenden wilden Treiben ein Ende zu setzen: Ab hier und heute, jetzt und für alle Ewigkeit (vielleicht) bin ich Herr K. War ich natürlich vorher auch schon, aber wenn ich mich im Internet rumtreibe halt. Warum? Ist besser, glaub ich. Und bedeutungsschwangerer (Herr B. lässt grüßen).
Auf der Galerie
Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend, und wenn dieses Spiel unter dem nichtaussetzenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die immerfort weiter sich öffnende graue Zukunft sich fortsetzte, begleitet vom vergehenden und neu anschwellenden Beifallsklatschen der Hände, die eigentlich Dampfhämmer sind - vielleicht eilte dann ein junger Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab, stürzte in die Manege, rief das - Halt! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters.
Da es aber nicht so ist; eine schöne Dame, weiß und rot, hereinfliegt, zwischen den Vorhängen, welche die stolzen Livrierten vor ihr öffnen; der Direktor, hingebungsvoll ihre Augen suchend, in Tierhaltung ihr entgegenatmet; vorsorglich sie auf den Apfelschimmel hebt, als wäre sie seine über alles geliebte Enkelin, die sich auf gefährliche Fahrt begibt; sich nicht entschließen kann, das Peitschenzeichen zu geben; schließlich in Selbstüberwindung es knallend gibt; neben dem Pferde mit offenem Munde einherläuft; die Sprünge der Reiterin scharfen Blickes verfolgt; ihre Kunstfertigkeit kaum begreifen kann; mit englischen Ausrufen zu warnen versucht; die reifenhaltenden Reitknechte wütend zu peinlichster Achtsamkeit ermahnt; vor dem großen Salto mortale das Orchester mit aufgehobenen Händen beschwört, es möge schweigen; schließlich die Kleine vom zitternden Pferde hebt, auf beide Backen küßt und keine Huldigung des Publikums für genügend erachtet; während sie selbst, von ihm gestützt, hoch auf den Fußspitzen, vom Staub umweht, mit ausgebreiteten Armen, zurückgelehntem Köpfchen ihr Glück mit dem ganzen Zirkus teilen will - da dies so ist, legt der Galeriebesucher das Gesicht auf die Brüstung und, im Schlußmarsch wie in einem schweren Traum versinkend, weint er, ohne es zu wissen.
125 Jahre Kafka. Mehr Texte beim Projekt Gutenberg.
Ein ganz unvoreingenommener Suchmaschinenvergleich. Der Grund für die jeweilige Platzierung findet sich nach dem Klick auf den Wettbewerbsteilnehmer.
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Alle Platzierungen basieren auf Suchergebnissen vom Dienstag.
Ich hab da ein feines Blog gefunden, das im Prinzip nur eine Ansammlung von Bildern ist: triangletriangle.com. Sind einige sehr interessante Fotografen dabei. Jedenfalls interessant, wenn man nicht nur nach polierten Hochglanz-HDR-Mainstream-Bildchen sucht. Beispiele? Aber gern doch:

© Sannah Kvist

© Daniel Shea

© Alex DaCorte
Diese ganze triangletriangle-Seite ist ein Projekt von Jake Dow-Smith aus London, der auch teilweise sehr interessante, aber auch verstörende Bilder aufzuweisen hat.
Mercedes Bunz im Zeit-Interview über Datenschutz im Netz und überhaupt und über Schäuble, die Aufweichung der Bürger- und Grundrechte. Klick! [Wann kann man eigentlich eure Videos einbinden, liebe Leute.]
Schon gut, Deutschland ist ein Autoland und wenn es VW und Konsorten an den Kragen gehen könnte, sind politische Vernunft und ökologische Randbedingungen gefälligst auszublenden. Das können nicht nur die Kanzlerin und ihr Autominister Umweltminister ganz hervorragend, sondern auch der eigentlich für den Verkehr zuständige Wolfgang Tiefensee hatte einen grandiosen Geistesblitz kurz vor der Sommerpause.
Die Leute stehen nunmal im Stau (irgendwann kommen auch 12-spurige Autbahnen an ihre Grenzen, auch wenn das keiner glauben wil), wenn sie in die Ferien wollen und weil dieser Zustand per se nicht hinnehmbar ist, will Tiefensee nun zwei Punkte durchsetzen:
- Einerseits sollen im Hinblick eines besseren Verkehrsflusses LKW für immer und ewig auf die rechte Spur verbannt werden. Bei mehr als 2 Spuren im Flachland mag das sinnvoll sein, wo immer Steigungen im Spiel sind, wird es jedoch kompliziert, weil dann ein langsamer LKW alle anderen aufhält. Weiterhin sind gerade Brummifahrer sehr anschmiegsam, was den Vordermann betrifft. Da eine Ausfahrt zu erwischen kann bei erhöhtem Verkehrsaufkommen zum Glücksspiel werden.
- Zweitens und auf der Schwachsinnsskala von 1-10 auf Position 12 zu verorten ist der geniale Einfall, auch den Standstreifen für den Verkehr freizugeben und zwar (Achtung!) in Zeiten besonders starker Verkehrsströme. Also gerade dann, wenn Unfälle passieren, sollen per Gesetz Rettungswege dicht gemacht werden. Genius!
Wir haben also zwei schwachsinnige Vorschläge, die angesichts steigender Spritpreise vor allem die ohnehin gestressten Familienväter in ihren Audis ruhigstellen sollen, ohne aber das eigentliche und gravierendste Problem des Individualverkehrs an sich anzugehen: Das Individuum.
Es können noch so viele getrennte Spuren eingerichtet werden, wenn es den Idioten weiterhin gestattet wird, mit 220km/h auf einer bundesdeutschen Autobahn zu rasen ohne Rücksicht auf den Verkehrsfluss. Denn wer die linke Spur plötzlich wechseln muss, weil der primitive Idiot im SL600 anwalzt, zwingt unter Umständen den sich erschreckenden Hintermann auf der rechten Spur zum Bremsen, so dass sich diese Verzögerung weiter fortpflanzt. Jeder, der schon mal in einem Auto saß, wird das kennen.
Deswegen Tempo 130. Das ist nicht langsam und wenn es auch wirklich gefahren werden kann, sehr sinnvoll. Nicht nur im Hinblick auf Daddys Nerven sondern auch für die Umwelt. Staus sind Gift für die Umwel, da hat der Minister Recht, aber der SL600 ist es auch. Wenn man aber eh nur noch 130 fahren darf, reicht ja vielleicht auch der SL350.