Dass unser Herr Innenminister sich angesichts der Veröffentlichung seines Fingerabdrucks gelassen gibt, ist nachvollziehbar. Wer im Rollstuhl sitzt und politische Immunität genießt, muss sich vergleichsweise wenig Sorgen machen, dass mit dem eigenen Fingerbadruck Schabernack getrieben wird, denn sich als eine Person des öffentlichen Lebens auszugeben ist kompliziert in Anbetracht medialer Überwachung von Amtsinhabern.
Da der Durchschnittsbürger aber nur im seltensten Fall Innenminister ist, sieht die Geschichte bei ihm wiederum anders aus und auch wenn Frau Müller weniger Geld auf ihrem Konto hat als Big Brother Schäuble, wird sich der Fingerabdrucksklau bei ihr eher lohnen, denn eine etwaige Strafverfolgung würde sicher schneller eingestellt und bis zu ihrer Einstellung weniger energisch betrieben werden, sollte sie Opfer eines Fingerabdruck-Betrügers werden. Insofern ist Schäubles Gelassenheit zwar einerseits bewundernswert, andererseits aber auch höchst verständlich, denn es kann ihm kaum etwas widerfahren.


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