Politik, die Gesellschaft

Vollbeschäftigung, yeah!

Man träumt wieder von der Vollbeschäftigung in Deutschland und, so man denn den werten Herren Politikern und Gewerkschaftern glauben darf, sie ist leider unausweichlich. Denn wenn wir so weitermachen wie bisher (Glos), wird es zangsläufig auf Vollbeschäftigung hinauslaufen. Auch wenn wir alles anders machen und stärker in Umwelt, Nachhaltigkeit und Bildung investiert wird (Sommer), bekommen wir Vollbeschäftigung frei Haus. Wie schön. Hat da einer Bankenkrise gesagt?

Bedenkt man dabei allerdings, dass ein Arbeitsmarkt auch nur ein Markt wie jeder andere ist, dann ist Vollbeschäftigung nicht so erstrebenswert. Denn das bedeutet zwangsläufig, dass eine allen Unkenrufen zum Trotze sehr begehrte Ressource auf einmal nicht mehr in ausreichendem Maße verfügbar ist: Menschliche Arbeitskraft. Da können wir ja fast von Glück reden, dass die Definition von Vollbeschäftigung eine so schön schwammige ist. Laut Wikipedia geht “Vollbeschäftigung” mit einer Arbeitslosenquote von 0,8 bis 3,0% einher. Im Radio hörte ich gestern noch, dass auch 6% von manchen Instituten als Kennzahl für Vollbeschäftigung betrachtet wird. 6%, das wären so in etwa 1,8 Millionen Arbeitslose und bei 3% immer noch knapp eine Million Menschen ohne Arbeit. Das hätte mal einer in den 70ern sagen sollen.

Wir sehen also, dass wir keine Angst haben müssen, denn die Vollbeschäftigung kommt, und weil die Definition nicht kongruent ist zum Gefühl, kommt sie auch irgendwie doch nicht. Die Märkte bleiben auch beweglich, denn in einer Million Menschen kann man sicher noch den einen oder passenden finden, der eine Arbeit verrichten kann. Zurück zur Bankenkrise, bitte.

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