Antifa, Politik

das Scharnier

In Thüringen wird bald vielleicht ein neuer Minister das parlamentarische Parkett rocken. Der “fundamentalliberale” Ex-Autor der anerkanntermaßen rechtsgerichteten Zeitung Junge Freiheit Peter Krause soll im Rahmen einer Kabinettsumbildung Kultusminister des Bundeslandes werden. [Q]

Ob es nun die angeblich dünne Personaldecke der CDU begünstigt, dass jemand wie Krause, der sich offen zu seinen rechtsintellektuellen Positionen bekennt, oder nicht, sei dahingestellt. Wichtiger ist jedoch auf alle Fälle die Deutung der Frage, ob jemand mit derart deutlicher ideologischer Einstellung geeignet ist, als oberster Dienstherr der Lehrenden im Lande zu agieren. Meiner Meinung nach nicht.

Viel deutlicher macht das aber auch eine ganz andere Not. Die Not der CDU, Wähler zu finden. Gerade in Thüringen muss die CDU angesichts nahender Wahlen im nächsten Jahr eine linke Mehrheit fürchten. Es sieht nicht gut aus und erstmals könnte es passieren, dass ein Ministerpräsident von der Linken gestellt wird mit einem Juniorpartner SPD. Dass diese Aussicht dem amtierenden Ministerpräsidenten Dieter Althaus nicht gerade Freudentränen in die Augen treibt, scheint nachvollziehbar. Ein weiterer Trend macht sich auch in Thüringen bemerkbar: Die von der SPD abwandernden Wähler können nicht von der anderen großen Volkspartei CDU gebunden werden. Ergo muss die CDU sich ihre Wähler genau in der anderen Richtung suchen, rechts des politischen Spektrums. Arme CDU.

Die Junge Freiheit, eben jene Zeitung, für die besagter Krause nach verschiedenen Angaben unterschiedlich lange gearbeitet haben soll, fungiert dem Artikel zufolge als eine Art Sch. Scharnier zwischen demokratischem Konservativismus und der extremen Rechten. Scharniere gehören zu den wesentlichen Bestandteilen in Türen, bleibt also zu hoffen, dass die CDU nicht nach jedem Scharnier greift, um hinterher die falsche Tür aufzustoßen, die einen braunen Wind ins Land lässt.

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