Erstens gilt festzuhalten, dass Pfingsten ist. Das bedeutet, dass (400km Stau gestern in NRW) viele Leute in vielen Autos an viele Orte fahren wollen. Individualverkehr rockt. Deswegen freuen sich auch die Damen und Herren Mineralölkonzern, denn es lockt ein gutes Geschäft.
Dass durch sowas die üblichen Verdächtigen (SPON, ADAC, Politik) auf den Plan gerufen werden, überrascht nicht weiter. Gerade SPON demonstriert wieder in vorzüglicher Art und Weise wie man es nicht machen sollte: Zum Artikel ein Bild (Bilder lügen bekanntlich nicht) einer Preistafel an einer Tankstelle. Natürlich nicht die Preise für herkömmlichen Sprit zeigend, sondern die pseudo-leistungssteigernden “V-Power”-Kreationen des Unternehmens. Das also dazu.
In Anbetracht dieser (nicht neuen) Debatte sollten sich vielleicht die Pappnasen vom ADAC an selbige fassen und überlegen, inwiefern ihr Lobbyismus in die falsche Richtung zu laufen droht. Soweit ich informiert bin, und ich halte mich in dieser Sache für vergleichsweise gut informiert, bedeutet ADAC sowas wie Allgemeiner Deutscher Automobilclub. Und nicht “verlängerter Arm der Ölmultis”. Insofern und auch vor dem Hintergrund einer drohenden Klimakatastrophe, an der - das ist bekannt - auch der Individualverkehr nicht ganz unbeteiligt ist, könnte hier die ganz große Stunde des ADAC schlagen, Einfluss auszuüben auf die Hersteller und nicht zu versuchen gegen den Staat Lobbyismus zu betreiben, der jeglichem Gedanken von Nachhaltigkeit und ökologischer Verantwortung zugegen läuft. Der ADAC ist keine Organisation, die grundsätzlich böse ist, aber die Ausübung von Macht durch den ADAC läuft gegen objektiv anstrebenswerte Entwicklungen zugunsten einer aus dem letzten Loch pfeifenden Diktatur der fossilen Energiegewinnung ausgeübt durch die Mineralölkonzerne.
Es ist in diesem Sinne einfach lachhaft, sich weiterhin den Staat als Schuldigen herauszusuchen, der mit den Steuergewinnen keine Kapitalgeber befriedigen muss, sondern diese (mehr oder weniger) zugunsten des Allgemeinwohls investiert. Der Staat ist lediglich schuldig in dem Sinne, dass nachhaltige Energieproduktion und die Etablierung eines umfassenderen und günstigeren ÖPNV-Netzes zu wenig finanzielle und inhaltliche Zuwendung bekommen haben.


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