Gesine Schwan soll es ja bekanntlich richten. Für Deutschland, für die SPD, für alle. Man hat den Eindruck als sei die Kandidatin Gesine Schwan mehr als Gegenentwurf zu Überkanzlerin Angela und Unterparteichef Kurt. Sie würde sich, so viel ist bereits ein Jahr vor ihrem soeben errungenen Wahlerfolg in der Bundesversammlung klar, mehr, häufiger, drastischer einmischen als Hotte Köhler es je getan hat.
Auf Zeit Online findet sich ein schönes Portrait dieser Gesine Schwan, das über alle anderen Veröffentlichungen zu ihrer Person in den letzten Tagen insofern hinausgeht, als dass es sich darauf zu beschränken versucht, ein Portrait und somit quasi wertfrei zu sein.
Nur der letzte Absatz
Eines allerdings wird Gesine Schwan künftig nicht mehr gleichzeitig sein können: eine Vertreterin der Partei und deren Kritikerin; ein (künftiges) Mitglied des Establishments und eine Rebellin. Ab sofort steht sie ganz im Dienste der Partei.
ist Bullshit und zeugt von einem generellen Missverständnis der Sozialdemokratie, in der es üblich und gut ist, wenn die Partei sich auch mal von außen betrachtet. Das ist der Grund für die Wandelbarkeit der Sozialdemokratie. Ihre inneren Stimmen waren häufig viele und meistens lauter als die Stimme des Vorsitzenden. Im Idealfall wird diese Stimme in Zukunft die Stimme einer immer noch die Geschehnisse von außen betrachtenden Gesine Schwan sein, denn etwas mehr Exzellenz würde der SPD nicht schaden und sie inhaltlich nur bereichern können.
Insofern ist also die Kandidatur Schwans in jedem Fall positiv für die SPD, denn sie wird, Wahlerfolg hin oder her, gezwungen sein, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, um Ziele in Angriff nehmen zu können, die weiter reichen als bis zur nächsten Landtagswahl.


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