Eigentlich würde ich mich jetzt liebend gern episch über den Artikel über “Beta-Blogger” auf SPON auslassen (vielleicht nach meiner Klausur), der meiner Meinung nach einige grob fahrlässige Schnitzer beinhaltet. Aus gegebenem Anlass heute morgen und weil ich gerade mal wieder ein wenig per Reader durch Blogosphäre gereist bin, fällt mir folgendes auf: Ein Blog ohne guten Feed ist nichts wert.
Immer wieder treffe ich auf wahnsinnig interessante Blogs, denen aber eines gemein ist: Im Feed werden immer nur die Überschriften oder der erste Absatz eines Artikels geliefert. Das soll Klickszahlen generieren und das mag auch gut sein für den Betreiber. Aber es turnt mich wahnsinnig ab. Wirklich. redok.de ist zum Beispiel so eine Seite. Nutzinhalt 1+, Feed leider bestenfalls schwach ausreichend. Ich sehe nur den ersten Absatz des Beitrags und empfinde es für meinen Lesefluss schlicht und ergreifend als tödlich, wenn ich dann immer wieder auf die Seite wechseln muss, um den ganzen Beitrag zu lesen. Ähnlich geht es mir beim NPD-Blog, dessen Artikel zeitweise ebenfalls abgeschnitten sind im Reader. Da der zu sehende Abschnitt aber größer und das Problem nur zeitweise vorhanden ist, hab ich das NPD-Blog weiterhin im Reader.
Was spricht dagegen, im Feed den ganzen Beitrag zugänglich zu machen? Wer wie ich mehr als 10 täglich aktualisierte (und zu viele seltener aktualisierte) Seiten im Blick behalten will, ohne dabei übermäßig viel Zeit zu verschleudern, ist auf die Benutzung eines Readers angewiesen. Ich brauche keine schönen Webseiten, ich will schöne Feeds!


Moin!
Ich fand den Spiegel-Artikel nicht so schlecht, was die Grundaussage anging. Tatsächlich erschöpfen sich viele Blog-Inhalte in internen Debatten, die für Außenstehende kaum zu verstehen sind. Aber auch die Kommentare lassen oft keine konstruktive Diskussion zu, sondern es kommt hauptsächlich zu persönlichen Angriffen auf die Autoren.
Was die Feed-Geschichte angeht: Im Normalfall wird der gesamte Artikel im Feed ausgespielt. Bei besonders aufwändigen Artikeln baue ich aber ein “Weiterlesen” ein, um ein Zähl-Pixel einbauen zu können, welches im günstigsten Fall Tantieme abwerfen könnte. Damit versuche ich, zumindest einige Euro für die Arbeit an der Seite reinzubekommen.
Grüße
Patrick Gensing
Von der Grundtendenz her bin ich mit dem Artikel auch einverstanden, nur wird insgesamt eine recht professionelle Szene in den USA mit einer noch vergleichsweise wenig beachteten und beackerten Nische in Deutschland verglichen. Dass zum Beispiel hinter Huffington Post mittlerweile ein ganzes Team steht, bleibt unerwähnt und verzerrt den Vergleich.
p.s.: Wenn das so ist mit dem Feed, dann werde ich auch weiterhin mit Freude “weiterlesen”.
Habe den Artikel im Urlaub im SPIEGEL gelesen.
Der Teil:
” “Don Alphonso” zum Beispiel, ein Blogger, der bürgerlich Rainer Meyer heißt, machte sich jüngst lustvoll daran, die Dünkel der deutschen Blogger-Szene zu zerlegen, als die sich zu einem Kongress traf: “Welcher bekannte deutsche Blogger, der sich auf dem Kongress zeigte, hat eigentlich was zu Themen wie der globalen Finanzkrise zu sagen? Mindestlohn?” […]”
trifft es denke ich ganz gut. Man mag amerikanische Blogs mit deutschen nicht vergleichen können, doch ein bisschen mehr sollte schon noch möglich sein.
Was vielmehr zählt sind die Blogs, die blablub Nonsens, Musik, Medien, Leben etc. mit Politik verbinden, das ganze immer schön verlinken, und somit Politik der bisher nicht interessierten Leserschaft näherbringt.
Da hast du Recht. Ich geb mir auch Mühe, wirklich.