Liebe Blogger

Eigentlich würde ich mich jetzt liebend gern episch über den Artikel über “Beta-Blogger” auf SPON auslassen (vielleicht nach meiner Klausur), der meiner Meinung nach einige grob fahrlässige Schnitzer beinhaltet. Aus gegebenem Anlass heute morgen und weil ich gerade mal wieder ein wenig per Reader durch Blogosphäre gereist bin, fällt mir folgendes auf: Ein Blog ohne guten Feed ist nichts wert.

Immer wieder treffe ich auf wahnsinnig interessante Blogs, denen aber eines gemein ist: Im Feed werden immer nur die Überschriften oder der erste Absatz eines Artikels geliefert. Das soll Klickszahlen generieren und das mag auch gut sein für den Betreiber. Aber es turnt mich wahnsinnig ab. Wirklich. redok.de ist zum Beispiel so eine Seite. Nutzinhalt 1+, Feed leider bestenfalls schwach ausreichend. Ich sehe nur den ersten Absatz des Beitrags und empfinde es für meinen Lesefluss schlicht und ergreifend als tödlich, wenn ich dann immer wieder auf die Seite wechseln muss, um den ganzen Beitrag zu lesen. Ähnlich geht es mir beim NPD-Blog, dessen Artikel zeitweise ebenfalls abgeschnitten sind im Reader. Da der zu sehende Abschnitt aber größer und das Problem nur zeitweise vorhanden ist, hab ich das NPD-Blog weiterhin im Reader.

Was spricht dagegen, im Feed den ganzen Beitrag zugänglich zu machen? Wer wie ich mehr als 10 täglich aktualisierte (und zu viele seltener aktualisierte) Seiten im Blick behalten will, ohne dabei übermäßig viel Zeit zu verschleudern, ist auf die Benutzung eines Readers angewiesen. Ich brauche keine schönen Webseiten, ich will schöne Feeds!

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8 Kommentare

  1. Erstellt am 22. Juli 2008 um 21:19 | Permanent-Link

    Moin!
    Ich fand den Spiegel-Artikel nicht so schlecht, was die Grundaussage anging. Tatsächlich erschöpfen sich viele Blog-Inhalte in internen Debatten, die für Außenstehende kaum zu verstehen sind. Aber auch die Kommentare lassen oft keine konstruktive Diskussion zu, sondern es kommt hauptsächlich zu persönlichen Angriffen auf die Autoren.

    Was die Feed-Geschichte angeht: Im Normalfall wird der gesamte Artikel im Feed ausgespielt. Bei besonders aufwändigen Artikeln baue ich aber ein “Weiterlesen” ein, um ein Zähl-Pixel einbauen zu können, welches im günstigsten Fall Tantieme abwerfen könnte. Damit versuche ich, zumindest einige Euro für die Arbeit an der Seite reinzubekommen.

    Grüße
    Patrick Gensing

  2. Erstellt am 22. Juli 2008 um 21:39 | Permanent-Link

    Von der Grundtendenz her bin ich mit dem Artikel auch einverstanden, nur wird insgesamt eine recht professionelle Szene in den USA mit einer noch vergleichsweise wenig beachteten und beackerten Nische in Deutschland verglichen. Dass zum Beispiel hinter Huffington Post mittlerweile ein ganzes Team steht, bleibt unerwähnt und verzerrt den Vergleich.

    p.s.: Wenn das so ist mit dem Feed, dann werde ich auch weiterhin mit Freude “weiterlesen”.

  3. Erstellt am 26. Juli 2008 um 14:50 | Permanent-Link

    Habe den Artikel im Urlaub im SPIEGEL gelesen.

    Der Teil:
    ” “Don Alphonso” zum Beispiel, ein Blogger, der bürgerlich Rainer Meyer heißt, machte sich jüngst lustvoll daran, die Dünkel der deutschen Blogger-Szene zu zerlegen, als die sich zu einem Kongress traf: “Welcher bekannte deutsche Blogger, der sich auf dem Kongress zeigte, hat eigentlich was zu Themen wie der globalen Finanzkrise zu sagen? Mindestlohn?” [...]”

    trifft es denke ich ganz gut. Man mag amerikanische Blogs mit deutschen nicht vergleichen können, doch ein bisschen mehr sollte schon noch möglich sein.

    Was vielmehr zählt sind die Blogs, die blablub Nonsens, Musik, Medien, Leben etc. mit Politik verbinden, das ganze immer schön verlinken, und somit Politik der bisher nicht interessierten Leserschaft näherbringt.

  4. Erstellt am 1. August 2008 um 19:23 | Permanent-Link

    Man mag amerikanische Blogs mit deutschen nicht vergleichen können, doch ein bisschen mehr sollte schon noch möglich sein.

    Da hast du Recht. Ich geb mir auch Mühe, wirklich. ;)

  5. Erstellt am 7. April 2009 um 23:31 | Permanent-Link

    Ein ganz später Zwischenruf, weil erst jetzt entdeckt. Zunächst mal vielen Dank für Nutzinhalt 1+!

    Warum nur der erste Absatz? Mehrere Gründe:

    1) Technik. Im konkreten Fall wird aus den Leads sowohl Feed wie auch automatischer Email-Newsletter generiert. Gibt immer noch genügend Email-Freunde. Lange Artikel untereinander (wenn mehrere am Tag) morgens in einer Email serviert zu bekommen, geht nicht.
    2) die Feed-Lesegewohnheit der redok-Kommunikatoren, die große Mengen von Feeds nutzen und effektiv auf relevante Info scannen wollen. Die Kommunikatoren übertragen damit unverschämterweise ihre Mediennutzungsgewohnheiten auf die Rezipienten.
    3) Aufmerksamkeitsspanne der Rezipienten (vermutet): Leser/Rezipienten mit vielen Feeds/Newslettern scannen den Input, so wie die Kommunikatoren.
    4) Die Leads sind idealerweise so geschrieben, dass der komplette Inhalt umrissen wird, aber dennoch Lust am Weiterlesen bleibt.
    5) Klickzahlen. VG Wort. Siehe Kommentar von Patrick Gensing.
    6) Ist schließlich immer noch eine Webseite und kein Twitter, da bin ich mal ganz altmodisch.

    Darüber hinaus Gruß an die alte Alma Mater, die jetzt TU heißt, wie ich erfahren habe …

    Und was “genialen Reader für OS X” angeht – gibt’s da keinen Opera für Apfelfreunde?

  6. Erstellt am 8. April 2009 um 15:26 | Permanent-Link

    Gut, ich muss zugeben, dass ich mich mit den entsprechenden technischen Details nicht so sehr auseinandersetze, was sicher auch damit zu tun hat, dass ich hier vergleichsweise wenig Leser habe und meine Frequenz deutlich unter der einer Seite wie redok oder dem NPD-Blog liegt.
    Wahrscheinlich sieht ein vernünftiger Kompromiss dann tatsächlich so aus, dass man bei den Seiten, die man liest, darauf achtet, dass ein vernünftiger Lead (also der erste Absatz, sozusagen der Teaser?) geschrieben ist, so dass man anhand dessen schon sortieren kann, ob man weiterlesen will oder nicht. Wenn die Qualität stimmt, kann man ja daraus schon wesentliche Infos entnehmen.

  7. Micha Schm.
    Erstellt am 26. April 2009 um 12:26 | Permanent-Link

    Zum Thema NPD Blog sage ich nur eins. Eine feine Sache, wenn da nicht die leidige Geschichte wäre, dass Patrick G. diesen Blog leider auch zum Internet-Mobbing gegen völlig harmlose Leute nutzt, die weder rechtsextrem sind noch der NPD angehören. Damit wird der Blog Unglaubwürdig. Schade!

  8. Erstellt am 26. April 2009 um 13:46 | Permanent-Link

    Mir ist sowas noch nicht beim Lesen des Blogs aufgefallen, hast du da ein Beispiel?

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