Politik, die Gesellschaft, wundern

Überall Obama

Obama in den Olympia-Werbepausen, Obamas Halbschwester, Obama hier, Obama dort. Die Regentin, ihr Außenminister, Wowi: Sie alle wollen vom präpräsidialen Glanz des Mannes aus Chicago ein bisschen abbekommen. Sternstaub aus der Galaxie Stars und Stripes.

Manchmal frage ich mich, ob alle Leute dem Irrglauben verfallen sind, dass der gute Mann wegen Deutschland nach Berlin kommt. Berlin ist ein Symbol, Stadt gewordener Wandel. Weswegen wohl das Brandenburger Tor? War da nicht was, Wende oder so? Es ist Wahlkampf und Obama ist nicht gekommen, um Deutschland zu lobpreisen, sondern um perfekt inszenierte Bilder nach Hause schicken zu können.

Deutschland, allen voran unsere werten Damen und Herren Volksvertreter, sollte sich damit abfinden, dass wir uns bereitwillig zum Steigbügelhalter eines US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten machen, dessen Sieg einerseits nicht sicher ist und bei dem man sich andererseits sicher sein darf, dass auch er, sollte er im November gewählt werden, das Korsett amerikanischer Außenpolitik nicht ablegen können wird.

Es ist nicht schlecht, dass Obama hier in Deutschland spricht. Nur ist jede Euphorie unangebracht. Selbst die sonst so betont nüchterne Regentin verschiebt ihren Urlaub um einen Tag, um Obama nicht ihrem Vize allein zu überlassen. Sie und mit ihr wir alle sollten wieder zu einer nüchternen Betrachtung des Geschehens zurückfinden.

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